Im Zweiten Weltkrieg: zwischen Anpassung und Widerstand
General Guisan übernimmt das Oberkommando
Rede von Nationalratspräsident Henri Valloton anläßlich der Wahl von Henri Guisan zum...
Am 10. Mai 1940, dem Tag nach der deutschen Offensive gegen die Westfront, wendet sich der...
650 Jahre Eidgenossenschaft: 1. August-Rede 1941
In seiner Ansprache fordert der Vize-Bundespräsident Philipp Etter vom eidgenössischen Volk...
Bundesrat Rudolf Minger fordert in seiner Radioansprache mehr Solidarität der Bevölkerung mit dem...
Arbeitsdienstpflicht für die Anbauschlacht
Wie die aufgebotenen Soldaten marschieren auch Massen von Zivilisten einem Befehl folgend:...
Cabaret Cornichon: Die Gurke mit dem Stachel
1934 gründen Otto Weissert, Walter Lesch, Emil Hegetschweiler und Alois Carigiet das Cabaret...
Zensiert, verfemt und ruiniert: Peter Surava
Während des Zweiten Weltkriegs kämpft Peter Surava als Leiter der Zeitung «Die Nation» gegen...
Kontext
Der Zweite Weltkrieg bringt den Landessendern Beromünster, Sottens und Monte Ceneri eine wichtige Rolle in der «geistigen Landesverteidigung». Die geistige Landesverteidigung betont im Dienst des Widerstands gegen die totalitären Ideologien des deutschen Nationalsozialismus und des italienischen Faschismus den Wert schweizerischer Vielfalt, Freiheit und Eigenständigkeit.
Die Sendungen stützen die «nationalen Werte» wie Zusammenhalt der Kulturen, Unterstützung des Unabhängigkeitswillens der Behörden oder die Achtung vor den Leistungen der Vorfahren. Besonders aufmerksam verfolgt werden auch im Ausland die wöchentlichen deutschsprachigen Chroniken von Jean Rudolf von Salis (ab 1940) und von René Payot auf Französisch.
Das Radio unterliegt wie die Presse der Zensur durch die von General Henri Guisan geschaffene militärische Abteilung Presse und Funkspruch (APF). Die APF soll die Information der Bevölkerung durch die Landesregierung und durch das Armeekommando sicherstellen; nach dem Krieg wird der Auftrag angepasst, indem die APF in ausserordentlichen Lagen die Bevölkerung mit Informationen versorgen muss, sobald die zivilen Medien nicht mehr funktionieren. Offiziell fordert der Staat keine Selbstzensur, praktisch verlangt er aber Zurückhaltung in den Stellungnahmen. Zeitungen, die gegen die allgemeinen Richtlinien und besonderen Empfehlungen verstossen, werden sanktioniert.
Auch die ab April 1940 in allen Kinos obligatorische und hauptsächlich vom Bund finanzierte «Filmwochenschau» trägt dazu bei, den Verteidigungswillen zu stärken. Berichte über das humanitäre Engagement der Schweiz, den Aktivdienst oder die «Anbauschlacht» beschwören das Bild der freiheitsliebenden, freien und neutralen Schweiz.
Die Informationen passen ins offizielle Bild, heikle Themen wie die Flüchtlingsproblematik werden ausgeklammert. Daneben gibt es zahlreiche Unterhaltungsprogramme, welche vom harten Alltag ablenken und Zuversicht verbreiten. Vor allem das einheimische Kino wird staatlich gefördert, um der Einfuhr von Propagandafilmen der Achsenmächte entgegenzutreten.




