Die Flüchtlinge aus dem Balkan
«Aufgrund der politischen Situation können wir keine Flüchtlinge mehr aufnehmen»
Während Familienväter in der Schweiz als Saisoniers arbeiten, harren ihre Frauen und Kinder unter...
Arbeitsalltag der Grenzpolizei
Dauer: [06'34''] SR DRS: Echo der ZeitÖsterreich beherbergt gegen 45'000 Flüchtlinge aus dem ehemaligen Jugoslawien, und täglich...
Gegen 200'000 Menschen sind innerhalb des Kosovos auf der Flucht vor serbischen Soldaten. Viele...
Vorbereitungen zur Flüchtlingsaufnahme
Hektische Zeit im vormaligen Bundesamt für Flüchtlinge (BFF), heute Bundesamt für Migration...
Schwieriges Zusammenleben in der Schweiz
Dauer: [05'40''] SR DRS: Rendez-vousIn Dietikon, einer Stadt mit hohem Anteil an Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien, wird das...
Unter der Ägide von Adolf Ogi kündigt der Bundesrat die Teilnahme der Schweiz an der KFOR...
Valon Behrami: vom unerwünschten Asylanten zum Retter der Nation
1995 hätte die Familie von Valon Behrami beinahe die Schweiz verlassen müssen. Dank der Initiative...
Kontext
Am 27. Juni 1991 brechen zwischen der jugoslawischen Bundesarmee und slowenischen sowie kroatischen Soldaten, denen soeben die Unabhängigkeit ihrer Länder verkündet worden ist, offene Kampfhandlungen aus. Schnell greift der Konflikt nach Bosnien und in den Kosovo über und nach kurzer Zeit schockt der Krieg mit Bildern, die Europa seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr kennt: zerstörte Dörfer, flüchtende Zivilbevölkerung auf den Strassen, ethnische «Säuberung», Massaker.
Während etwa zehn Jahren verursachen die Kämpfe einen beispiellosen Flüchtlingsstrom, auch in die Schweiz. Die Anzahl der Asylanträge erreicht Ende der 1990-er Jahre, während besonders heftiger Kriegswirren, ihren historischen Höchststand von gegen 110'000. Schrittweise kehrt die Tendenz mit der – oft erzwungenen – Rückkehr der Antragsstellenden in ihre Herkunftsländer ab Ende 1999.
Die Bereitschaft zur Aufnahme von Flüchtlingen aus den Kriegsgebieten in die Schweiz ist im Vergleich zur Reaktion auf Flüchtlingsströme während des Kalten Kriegs stark gedämpft. Aufgrund der wirtschaftlichen Krise und einer allgemeinen Unsicherheit hat sich das diesbezügliche soziale Klima schnell verschlechtert. Schon 1991 werden erste Asylbewerberunterkünfte attackiert, oftmals von jugendlichen Schweizern.
Von Medien stark hochgespielt und als Objekt vielfältiger Fehlinformationen figuriert das Thema «Flüchtlinge/Asyl» lange Zeit prominent auf dem Sorgenbarometer der schweizerischen Bevölkerung; hinter «Arbeitslosigkeit» zwar, aber noch vor «Gesundheit» oder «AHV/Altersvorsorge». Diese Situation führt zu einer ambivalenten Handhabung des Asylwesens seitens der Bundesbehörden, die zwischen Abweisung und kollektiver Aufnahme schwanken. Grund dafür ist mitunter die Sorge des Bundesrats, der nationalistischen Rechten in die Hände zu arbeiten, und um das zu verhindern, versucht die Landesregierung ihre Politik immer wieder in das Licht einer «humanitären Tradition» zu rücken.




