Sekten und neue Spiritualität
Das Drama um den Sonnentempler-Orden
In der Nacht vom 4. Oktober 1994 zerstört ein Feuer einen Hof des Weilers Cheiry westlich...
Clonaid, die Firma des Raël-Gurus Claude Vorilhon, erschreckt die Öffentlichkeit mit der Meldung,...
Kontext
Der Einzug von Psycho-Sekten in der Schweiz in den 1980er Jahren oder das Sonnentemplerdrama von 1994 in der Romandie, welches im 25-fachen Massenselbstmord der Mitglieder endet, bringt Sekten in die negativen Schlagzeilen. Das Gefährdungspotenzial gerade auch für Jugendliche und die Schwierigkeit des Ausstiegs werden heftig diskutiert.
Der Begriff Sekte meint eine Organisation um eine Führungspersönlichkeit samt Ideologie, die beide den Anspruch auf alleinige Unfehlbarkeit erheben. Weder wird innerhalb der Gemeinschaft ein offener Diskurs gepflegt, noch Kritik geduldet. „Kritiker sind Verbrecher“, so Scientology-Gründer Ron Hubbard.
Seit jeher übt die Schweiz religiöse Toleranz aus und beheimatet eine grosse Anzahl verschiedenster religiöser Gruppen und Sekten. Fragen nach dem Sinn des Lebens, die Unzufriedenheit mit verkrusteten Strukturen traditioneller religiöser Organisationen, das Bedürfnis nach einer warmen und lebensnahen mystischen Religiosität führen auch in der Schweiz gegen Ende des letzten Jahrtausends zum Aufkommen neuer spiritueller Bewegungen.
Um eine Abgrenzung zwischen diesen Gruppierungen und den eigentlich unreligiösen Sekten zu schaffen, hat die moderne Religionswissenschaft das Wort Sekte durch „religiöse Sondergemeinschaft“ oder „neureligiöse Gemeinschaft“ ersetzt.
Dabei gibt es in der Schweiz neben neuen Vereinigungen auch alte, fast vergessene kleine Religionsgemeinschaften. Ein Besuch im Jura, wo kleine Mennoniten-Gemeinden Jahrhunderte der Verfolgung überlebt haben, zeigt, vor welchen Herausforderungen traditionelle religöse Gruppierungen stehen.




