Die Piccards
Auguste Piccards Bathyscaph-Tiefseekugel
1931 fliegt Auguste Piccard (1884–1962) in einer von ihm entwickelten Druckkapsel an einem Ballon...
Vom Stratosphären-Ballon zum Bathyscaph
Im Haus von Jacques Piccard berichtet dessen Vater Auguste über die Erfahrungen im Ballon in der...
Der «Locoscaphe»: Test im Genfersee
Als Probelauf für die geplante Wasserung des «Mesoscaphe» wird eine 100 Tonnen schwere ausrangierte...
Entworfen von Auguste Piccard, gebaut von seinem Sohn Jacques, ist das Untersee-Boot «Mesoscaphe»...
Der Luganersee als Forschungsziel
Der Tiefseetaucher Jacques Piccard leitet die Forschungsgruppe, die die Operation «Endoceresio...
Die Erfindungen des Auguste Piccard
Biografie der Abenteuer und Forschungen von Auguste Piccard (1884-1962), des «bedeutendsten...
Bertrand Piccards zweiter Versuch
Die Bemühungen von Bundesrat Kaspar Villiger anlässlich des Besuchs von Vizepremierminister Lan...
Am 1. März starten Bertrand Piccard und sein Co-Pilot Brian Jones in Château-d'Œx den dritten...
«Solar Impulse», Bertrand Piccards Solarflugzeug
Interview mit dem berühmten Ballonpiloten Bertrand Piccard, der nach seinem Non-Stop-Ballonflug um...
«Solar Impulse» – Antrieb für Wissenschaft und Technik
Unter der Beteiligung von diversen Sponsoren, Wissenschaftlern und Forschungslabors arbeitet der...
Kontext
Am Höchsten, am Tiefsten, am Weitesten...
Seit drei Generationen fasziniert der Forscher- und Abenteuergeist der Familie Piccard: Grossvater Auguste (1884-1962), der dem belgischen Comic-Zeichner Hergé in den Tim & Struppi-Geschichten die Inspiration für Professor Bienlein abgibt, erreicht am 27. Mai 1931 über den Alpen mit einem Freiballon die Stratosphäre. Später entwickelt er aus der dafür konstruierten Druckkabine den «Bathyscaph» (griechisch bathos=Tiefe und skaphos=Schiff), ein Unterseeboot zur Erforschung der Tiefsee.
Sein Zwillingsbruder Jean (1884-1963), Chemieprofessor in Minneapolis, will seinem Bruder den Höhenrekord streitig machen. Tatsächlich gelingt ihm, zusammen mit seiner Frau als Ballonpilotin, am 23. Oktober 1934 in Detroit ein neuer Höhenrekord von 17'341 Metern; finanziert wird dieses Unternehmen von Henry Ford.
Jacques Piccard (geboren 1922), nach Abschluss des Studiums als Mitarbeiter seines Vaters Auguste an der Weiterentwicklung des Bathyscaph beteiligt, erreicht mit der «Trieste» am 23. Januar 1960 zusammen mit dem amerikanischen Marineleutnant Don Walsh den Grund des Challengertiefs im Marianengraben (Pazifischer Ozean). Sie erreichen eine Tiefe von rund 11'000 Metern unter dem Meeresspiegel und tauchen damit so tief wie niemand vor oder nach ihnen.
In den folgenden Jahren entwickelt Jacques Piccard weitere Tauchboote für Fahrten in mittlere Tiefen (Mesoscaphe). Die «Auguste Piccard» bietet 40 Personen Platz und führt an der Expo 64 in Lausanne Tauchfahrten im Genfersee durch. Über 30'000 Besucherinnen und Besucher können so während der Landesausstellung in den Lac Léman eintauchen. Die «Benjamin Franklin» hingegen ist ein wissenschaftliches Unterseeboot, das 1969 im Auftrag der Nasa mit fünf Mann Besatzung einen Monat im Golf von Mexiko unterwegs ist – mit der Strömung treibend und ohne aufzutauchen.
Der Enkel Bertrand Piccard (Jahrgang 1958) schliesslich umrundet zusammen mit seinem britischen Co-Piloten Brian Jones als erster Mensch die Erde Non-Stop mit einem Ballon: Am 1. März 1999, nach 2 gescheiterten Versuchen jeweils im Jahr vorher, startet der «Breitling Orbiter 3» in Château-d'Œx und landet 19 Tage später – nach 46'000 zurückgelegten Kilometern – in Ägypten. Der längste Flug der Luftfahrtgeschichte, sowohl nach Distanz als auch in der Dauer, stellt 7 Weltrekorde auf.
Die Rekorde sind jedoch nicht das eigentliche Ziel der Piccards. Die Beachtung, welche ihre Leistungen in der Öffentlichkeit erlangen, ist besonders Auguste Piccard nicht geheuer und er betont immer wieder, er sei «nicht aus Rekordhascherei in grosse Höhen aufgestiegen, sondern um der wissenschaftlichen Forschung ein neues Gebiet zu erschließen».
Zur Frage, wie er seinen Erfolg erklärt, meint Jacques Piccard im Interview: «Au fond en technique, ce qu'il faut, c'est séparer les problèmes et remonter à la source. Et finalement il n'y a que des petites questions qu'on résoud au fur et à mesure» (In der Technik muss man komplexe Schwierigkeiten in einzelne Probleme aufteilen, denen man auf den Grund geht. So werden schlussendlich einzelne Fragen Stück um Stück gelöst).




