Jüdische Vermögen, Nazigold und Bergierbericht
Nach Kriegsende möchten die Alliierten die deutschen Guthaben im Ausland unter ihre Kontrolle...
Während des Zweiten Weltkriegs rettet der kantonale Polizeikommandant St. Gallens gegen 3'000...
Anfangs Februar 1996 teilt die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) mit, dass die ausfindig...
Im Visier von Alfonse D’Amato
Mit seinen öffentlichen Erklärungen prangert der US-Senator Alfonse D’Amato regelmässig die Rolle...
Aktivdienst-Veteranen zur Debatte um Nazigold
Einmal im Monat treffen sich Aktivdienstveteranen und erinnern sich an vergangene Zeiten. Heute...
Markus Imhoof zum Bild der schweizerischen Flüchtlingspolitik
Der Regisseur Markus Imhoof stellte mit seinem Drama «Das Boot ist voll» die schweizerische...
Nazigold und Schweizer Wirtschaft im Zweiten Weltkrieg
Der Dokumentarfilm mit historischen Bildern zieht eine eher kritische Bilanz der damaligen...
Der Hauptbericht der Bergier-Kommission wird präsentiert
Nach drei Jahren Forschungsarbeit stellt die unabhängige Expertenkommission unter Jean-François...
Der Schlussbericht der Bergier-Kommission
Nach fünf Jahren Forschung legt Jean-François Bergier den Schlussbericht der unabhängigen...
Kontext
Die vom Krieg verschonte Schweiz befindet sich nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in einer komfortablen Lage. Die Schweizer bilden aus den Ereignissen ein idealisiertes kollektives Gedächtnis, beinahe einen Mythos, in dem der Idee des Widerstandes und der Neutralität mehr Gewicht zukommt und die Bereiche des Arrangierens mit dem Dritten Reich verdrängt werden.
1996 jedoch ruft die Affäre um die nachrichtenlosen Vermögen diesen unaufgearbeiteten Aspekt der Rolle der Schweiz umso heftiger in Erinnerung. Auf Schweizer Bankkonten ruhen Guthaben der Opfer des Holocaust, nach deren rechtmässigen Besitzern nie ernsthaft gesucht wurde. Der Skandal zwingt die Schweiz zur Auseinandersetzung mit ihrer Geschichte: die Haltung gegenüber den Opfern des Naziregimes während und nach dem Krieg und die Wirtschaftspolitik mit den Achsenmächten werden international kontrovers debattiert. Der Bundesrat unterstützt diese Aufarbeitung, indem er im Dezember 1996 eine Expertenkommission unter der Leitung des Historikers Jean-François Bergier beauftragt, die Politik der Schweiz im Zweiten Weltkrieg zu analysieren.
Die sieben Jahre zwischen dem Beginn der Kontroverse und dem Schlussbericht der Bergier-Kommission sind nicht nur für die Schweizer Banken schwer zu ertragen. Für einen Teil der Öffentlichkeit ist die Affäre traumatisch. Während Jahren haben viele Schweizerinnen und Schweizer an der Idee des «Sonderfalls» – nur durch eigene Kraft und allenfalls mit Hilfe Gottes von zwei Weltkriegen verschont geblieben und zu aussergewöhnlichem wirtschaftlichem Erfolg gekommen zu sein – festgehalten.
Die Schweiz muss Angriffe von aussen in Kauf nehmen, deren Heftigkeit einzigartig ist. Die oft übertriebenen oder beleidigenden Vorwürfe lösen eine innere Debatte über das Bild der Schweiz aus. Die Auseinandersetzungen geben auch Anlass zu einem Konflikt zwischen der Nachkriegs- und der Aktivdienstgeneration. Jene, die die Jahre 1939 bis 1945 miterlebt haben, leiden unter der Anklage, sie hätten den Tresor der Nazis gehütet. Die eigene, persönlich durchlebte Geschichte in Frage zu stellen ist ein schmerzlicher Prozess.
Im März 2002 liefert die Bergier-Kommission ihren Schlussbericht ab, der zum Schluss kommt dass die Politik der Schweizer Behörden während des Zweiten Weltkrieges zur Stützung des Nazi-Regimes beigetragen hat.




