Die Schweiz und die UNO
Nationalratsdebatte über einen UNO-Beitritt der Schweiz
Mit dem Beitritt der Volksrepublik China hat die UNO in den Augen des sozialdemokratischen...
Blocher und Ogi im sanften Wettstreit
Kurz vor der Abstimmung über den UNO-Beitritt bringt Schweizer Radio International eine Reportage...
Erster Kommentar nach der massiven Ablehnung eines Beitritts der Schweiz zur Uno...
Schweizer Soldaten für UNO-Blauhelm Truppen
Nach dem Willen von National- und Ständerat sollen künftig auch bewaffnete Schweizer...
Erinnerungen eines Schweizers an die Friedensmission in Korea
1965 dient Dario Kuster in der UNO-Friedensmission in Panmunjeom (offiziell Joint Security...
Diskussion der Grundsätze schweizerischer Aussenpolitik
Neben ähnlichen Argumenten, die schon 1972 vorgebracht worden sind, gesellen sich in der...
Der Beitritt der Schweiz zur UNO in Sichtweite
Im Vorfeld der eidgenössischen Abstimmung vom 3. März 2002 präsentiert das Fernsehen der...
Noch 1986 lehnen die Schweizer Stimmberechtigten mit 75.7% Nein-Stimmen sowie mit dem Nein...
Die Schweiz wird 190. Mitglied der UNO
Kurz vor der Abstimmung über die Aufnahme der Schweiz in die Vereinten Nationen zeigen sich die...
Konstituierende Sitzung des UNO-Menschenrechtsrats
Unter den 47 Mitgliedsstaaten des neu gegründeten UNO-Menschenrechtsrats, der die...
Kontext
Was dem nach der Katastrophe des Ersten Weltkriegs gegründeten Völkerbund nicht vergönnt ist, soll nach der zweiten weltweiten Tragödie des Jahrhunderts mit der Schaffung der UNO (United Nations Organization) in einem erneuten Anlauf gelingen: die Wahrung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit. Mit den Worten «Wir, die Völker der Vereinten Nationen, fest entschlossen, künftige Geschlechter vor der Geissel des Krieges zu bewahren, die zweimal zu unseren Lebzeiten unsagbares Leid über die Menschheit gebracht hat», beginnt die im Jahr 1945 von 50 Gründungsmitgliedern unterzeichnete UNO-Charta.
Zwar erlangt die Schweiz bereits 1948 als erstes Land den so genannten Beobachterstatus, doch die Befürchtung, dass sich die Neutralität nicht mit der UNO-Mitgliedschaft vereinbaren lässt, überwiegt in der Bevölkerung lange Zeit: Noch 1986 wird der Beitritt zur UNO abgelehnt. Ab dem Jahr 2000 steht die Schweiz damit – abgesehen vom Spezialfall Vatikan – weltweit als einziger anerkannter Staat freiwillig ausserhalb der UNO.
Die Neutralität hält die Schweiz aber nicht grundsätzlich vor internationaler Zusammenarbeit ab. In als unpolitisch geltenden Spezialorganisationen (WHO, FAO, UNESCO oder UNICEF) ist sie vertreten und beteiligt sich aktiv. Auch die Geschichte Schweizerischer Friedensvermittlungen ist lang, bereits 1953 entsendet die Schweiz Vertreter in die Waffenstillstandskommission in Korea. Immer wieder werden den Vereinten Nationen Fachleute und Material für friedenserhaltende Aktionen zur Verfügung gestellt, ob Sanitätseinheiten in Namibia, Wahlbeobachter in Weissrussland oder Chemiewaffen-Experten in Aserbeidschan. Als Nicht-Mitglied der UNO hat die Schweiz allein seit den 1990er Jahren von sich aus rund 250 Millionen Franken für entsprechende Engagements aufgewendet.
Für die Vereinten Nationen ist Genf von Anfang an die wichtigste Stadt neben ihrem Hauptsitz in New York. Während des Kalten Kriegs gilt die Schweiz dank ihrer Stellung zwischen den Blöcken als besonders geeignet, internationale Organisationen zu beherbergen. Zudem schätzen viele neue Staaten die Schweiz als Vermittlerin, da sie keine koloniale Vergangenheit hat. Im Kalten Krieg übernimmt die Schweiz zahlreiche Mandate als Schutzmacht für fremde Staaten.
Das Abseitsstehen der Schweiz (andere neutrale Staaten wie Österreich oder Schweden sind längst Mitglied der Weltorganisation) bringt zusehends Nachteile mit sich – für das Ansehen und das politische Gewicht der Schweiz insgesamt, nicht zuletzt aber auch für die Stellung Genfs als internationales Konferenzzentrum. Volk und Stände stimmen der Eidgenössischen Volksinitiative «Für den Beitritt der Schweiz zur Organisation der Vereinten Nationen (UNO)» am 3. März 2002 relativ knapp zu. An der 57. UNO-Generalversammlung wird die Schweiz ohne Gegenstimme als 190. Mitglied aufgenommen. «Die Schweizer sind da. Wir haben lange gewartet» scherzt UNO-Generalsekretär Kofi Annan beim Aufzug der Schweizer Fahne vor dem UNO-Hauptgebäude in New York am 10. September 2002.




