Umweltschutz und Globalisierungskritik
Protest gegen WEF-Sicherheitsvorkehrungen
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Der kritische Rückblick der Rundschau auf den erweiterten G8-Gipfel in Evian führt nicht nur die...
Schweizer Sozialforum - Globalisierungskritiker formieren sich
Nach dem Vorbild des Weltsozialforums in Porto Alegre treffen sich in Freiburg im Jahr 2003...
Kontext
„Kaiseraugst“, „Rothenturm“ oder die „Alpeninitiative“: diese Begriffe stehen für schweizerische Debatten von gesellschaftspolitischen Ausmassen. Der Kampf zum Schutz von Natur und Umwelt lässt die Emotionen hochgehen und neue Gräben entstehen.
Die zunehmend negativen Auswirkungen des Wirtschaftsbooms für die Umwelt kulminieren spätestens anfangs der 1970er Jahren in Protestbewegungen. Zwar kennt die Schweiz Körperschaften, die den Schutz der Umwelt schon früh propagieren: der Schweizerische Bund für Naturschutz (Pro Natura) seit 1909, der Heimatschutz seit 1905 und der WWF seit 1961. Das Wiederaufforstungsgesetz zum Schutz des Waldes stammt sogar aus dem 19. Jahrhundert. Im Zuge der 1968er Bewegung aber wird der Umweltschutz politisiert und „Umweltschutz“ als Begriff überhaupt geprägt.
Die Anti-AKW-Bewegung gegen das geplante Kernkraftwerk Kaiseraugst thematisiert die Forderung nach sauber produzierter Energie. Die Rothenturm-Initiative zum Schutz der Hochmoore verbindet helvetische Identitätstiftung auch mit dem Erhalt der Artenvielfalt. Diese Bewegungen verzeichnen erste Teilerfolge und rufen das Problem in das Bewusstsein der Schweizerinnen und Schweizer. In diese Epoche fällt ebenfalls die Gründung der Grünen Partei Schweiz als politisches Instrument zugunsten von Natur und Umwelt.
In Sachen Umwelt scheint sich viel bewegt und dennoch zu wenig zum Besseren gewendet zu haben. Die Aufgaben und der Handlungsbedarf wachsen stetig. Längst ist der Schutz von Natur und Umwelt aber nicht mehr auf das eigene Land beschränkt. Umweltschutz in der Schweiz meint Engagement in Belangen der Globalisierung. Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs hat sich die Auslagerung unserer Produktion verstärkt, namentlich in den süd-ostasiatischen Raum.
Die Billigproduktion zugunsten unserer Märkte beeinflusst die Umwelt, Gesellschaftsstruktur und Gesundheit der Bewohner dieser Länder. Die Erklärung von Bern (EvB) beispielsweise, die seit 1976 auf Seiten der Schweizer Umweltschutzbewegungen mit dem Slogan „Jute statt Plastik“ das Parkett betreten hat, betreibt heute Informations- und Koordinationsarbeit zugunsten eines modernen, weit gefassten und globalisierten Umweltengagements. Das Hauptaugenmerk gilt heute der weiteren Senkung unserer Treibhausgasemissionen im In- und Ausland.




